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Der Dachverband

Die Geschichte des Kartellverbands

Der „Kartellverband Katholischer Deutscher Studentenvereine“ (KV) ist ein bundesweiter Zusammenschluss katholischer Studentenvereine. Der KV bekennt sich zu den Prinzipien „Religion-Wissenschaft-Freundschaft“. Der Verband ist nicht-farbentragend und verwirft die Mensur.

Sein offizielles Gründungsjahr sieht der KV in 1853. In diesem Jahr wurde der der Katholische Leseverein in Berlin gegründet. Aus diesem entstanden die beiden Vereine Askania und Burgundia, die mittlerweile wieder fusioniert sind, und als erster Gründungsverein des KV gelten. Zwischen dem Katholischen Leseverein und den katholischen Korporationen Aenania-München und Winfridia-Breslau (heute beide CV) bildete sich 1856 ein lockeres Korrespondenzverhältnis. Auf der 15. Generalversammlung der katholischen Vereine Deutschlands (Vorläufer des heutigen Katholikentages) 1863 in Frankfurt hielt Georg von Hertling, Mitglied des Berliner Lesevereins, die so genannte „Prinzipienrede“. Die entstandenen Studentenvereine hätten sich auf der Basis der Prinzipien „Religion, Wissenschaft und studentische Geselligkeit“ zusammengefunden und katholische Studenten sollten sich zur „Pflege echt deutscher studentischer Geselligkeit und zu gemeinsamer Arbeit an der Durchbildung von Geist und Charakter in lebendiger katholischer Gesinnung“ bekennen und verpflichten. Durch diesen Auftritt angeregt gründeten sich weitere katholische Vereine an deutschen Universitäten. Auf der 16. Generalversammlung der katholischen Vereine Deutschlands ein Jahr später gründeten insgesamt sieben katholische Vereine den „Gesamtverband katholischer Studentenvereine“. Dieser existierte nur relativ kurz, denn nur ein weiteres Jahr später wurde dieser Verband aufgrund unüberbrückbarer Differenzen zwischen den nicht-farbentragenden und farbentragenden Vereinen aufgelöst. Dies war zugleich der Beginn der Trennung von KV und CV. 1866 schlossen sich der Katholische Leseverein-Berlin sowie die katholischen Studentenvereine Unitas-Breslau, Arminia-Bonn, Germania-Münster und Walhalla-Würzburg zum „Verbund der katholischen Studentenvereine zu Berlin, Breslau, Bonn, Münster und Würzburg“ zusammen. Hieraus entstand später der „Kartellverband der katholischen deutschen Studentenvereine (KV)“ und einige Namensänderungen später nahm der Verband 1956 seinen heutigen Namen „Kartellverband Katholischer Deutscher Studentenvereine“ an. In den der Gründung folgenden Jahren wuchs der KV unregelmäßig, aber stetig. Dies geschah auch Widrigkeiten wie dem Kulturkampf, der den Einfluss der katholischen Kirche in Preußen und dem späteren Deutschen Reich einschränken sollte, zum Trotz. 1920 kam es zum Anschluss des „Kartells katholisch-süddeutscher Studentenvereine (SKV)“, wodurch fünf neue Kartellvereine zum KV kamen. In der Zeit des Nationalsozialismus musste der Verband zwangsläufig einige Veränderungen durchmachen. 1933 wurde das Führerprinzip und der Arierparagraph im KV eingeführt. Im selben Jahr traten die österreichischen Vereine aus und gründeten ihrerseits den ÖKV (Kartellverband katholischer nichtfarbentragender akademischer Vereinigungen Österreichs). Der KV verschmolz mit dem Ring Katholischer Deutscher Burschenschaften (RKDB) zur Katholischen Burschenschaft (KB). 1934 wurden alle studentischen Verbände unter den Reichsführer der Deutschen Studentenschaft gestellt. Der KV musste sein Katholizitätsprinzip aufgeben und der Name wurde in „Kartellverband deutscher burschenschaftlicher Verbindungen (KV)“ geändert. Schließlich kam es 1935 zur Selbstauflösung des Verbands. Einige Altherrenvereine existierten zwar noch weiter, wurden allerdings 1938 verboten. Nach dem Krieg kam es 1947 zur Wiederbegründung des KV-Altherrenverbundes. Auf der ersten Vertreterversammlung 1949 in Würzburg konnte dann auch der Kartellverband reaktiviert werden, nachdem seit 1946 schon 22 Kartellvereine reaktiviert werden konnten. Danach kam der Verband vor allem in der 1960er Jahren während der Studentenunruhen und Forderungen nach einer Hochschulreform in Schwierigkeiten. Allerdings kam es in der Zeit  zwischen dem zweiten Weltkrieg und heute zu einigen erfolgreichen Neugründungen von Kartellvereinen. Zum vorerst letzten Einschnitt kam es auf der Vertreterversammlung 1971 in Münster. Nach einer kontroversen Diskussion wurde eine  Satzungsänderung beschlossen, die die Aufnahme von nichtkatholischen Christen in die Kartellvereine ermöglicht. Zurzeit gibt es 117 Kartellvereine, davon haben 69 eine Aktivitas. 

 

Symbole und Erkennungszeichen des KV

 

Wappen

wappents_kv.gifDas Wappen wurde entworfen von H. Krahforst und ist offizielles Verbandswappen seit der Generalversammlung 1907 in Wiesbaden. Es hat vier heraldische Figuren, obwohl der Verband nur drei Prinzipien hat.

Das Kreuz im Teil links oben steht für das Prinzip "Religion", auch 3/4 aller Kartellvereine haben das Kreuz im Wappen.

Der sechszackige Stern im unteren Teil des Wappens steht für das Prinzip "Wissenschaft". Der sechszackige Stern wurde damals für poetischer gehalten als z.B. ein Buch.

Der Stern wird umgeben von einer Kette, der Kette der Freundschaft.

Der Adler im rechten Teil des Verbandswappens hat in der Geschichte mannigfaltige Bedeutungen. Einerseits ist er ein heidnisches Symbol für den Kaiserkult, andererseits werden auch in der Geschichte der Christenheit häufig Adler als Bilder verwendet.

Das Wappen hat angeblich "rein zufällig" die Farben schwarz, rot und gold. Diese Farben hatten damals aber einen sehr revolutionären Beiklang, der seitens des Verbandes nicht erwünscht war, so dass auf dem Topfhelm des Wappens (der früheren Versionen) als Kleinod die Farben schwarz-weiß-rot, also die damaligen Reichsfarben verwendet wurden.

Die vorliegende Fassung des Wappens wurde 1995 erstellt und reduziert allein auf das Wappenschild. Außerdem wurden leichte heraldische Veränderungen vorgenoomen - z.B. ist der Stern nun langzackiger.

Verbandslogo/Nadel

logo.gifDie KV-Nadel wurde auf der VV 1924 in Hannover zum äußeren Erkennungszeichen des KV gewählt. Sie wird als Reversnadel getragen. In ihr finden sich ein großes "K" (seitwärts liegend) und ein großes "V", also die Verbandsinitialen wieder. Auf der Basis dieser Nadel wurde auch 1995 das "neue" Logo entworfen, das die derzeitigen Publikationen des KV ziert.

Farben

farben_kv.gifDie Farben schwarz-weiß-rot sind die Farben des Deutschen Reiches zur Zeit der Annahme des Verbandswappens. Ferner findet sich mindestens eine der Verbandsfarben in den Farben der fünf Gründungsvereine wieder.

Wahlspruch

Mit Gott für deutsche Ehre

Der Wahlspruch "Mit Gott für Deutsche Ehre!" entstammt der Zeit der Weimarer Republik. Er ist vor dem Hintergrund des sich damals ankündigenden Nationalsozialismus zu betrachten. Durch den Wahlspruch sollte der nationale Gedanke unter Zurücksetzen der tiefverwurzelten Gegensätze zwischen den katholischen und den schlagenden Korporationsverbänden aus der Kaiserzeit betont werden.

 
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